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Version 1
Version 2 (Buchdrucker Viktor de Löw)

Stadtrechte Version 1

Abdruck
Der
PRIVILEGIEN,
Stadt= und Buerger=Rechten /
Welche
Der Durchlauchtigſte / Großmaechtigſte
Fuerſt und Herr/
FRIDERICH
der Dritte /
Koenig zu Daennemarck / Nor=
wegen / der Wenden und Gothen / &c.
Der
Stadt ALTONA
allergnaedigst ertheilet /
Maenniglichen zur Nachricht in offenen Druck befordert.


Gedruckt im Jahr Christi 1668.

WIr Friderich der Dritte / von GOttes Gnaden / Koenig zu Daennemark / Norwegen / der Wenden und Gothen; Herzog zu Schleswig, Holſtein / Stormarn und der Dithmarſchen / Graf zu Oldenburg und Delmenhorſt / &c.
Thun kund und bekennen / Kraft dieſes Unſers offenen Briefes fuer maenniglich; Nachdemmahl Wir allergnaedigſt entschloſſen / Unſers in Unſerer Herrſchaft Pinneberg belegenes Staedtlein Altona / mit Stadt= und Buerger=Recht/Gericht/Gerechtigkeit und Freyheiten zu begnaden / auch ſonſten in allen loeblichen Gewohnheiten / ſo zur guten Buergerlichen Policey dienlich und erfordert werden / zu ſtabilisiren / daß Wir demnach zu ſolchem End jeꜩt=erwehnte Unſere Stadt Altona / auch dero jeꜩt und kuenftige Buerger und Einwohnere / von was fuer Nation die auch ſeyn / mit folgenden Stadt= und Buerger=Rechten / Immunitæt = Frey = und Gerechtigkeiten / allergnaedigſt dotiret und begnadet haben; Geben und bewilligen ihnen dieſelbe auch hiermit und in Kraft dieſes / best= und bestaendigſter maſſen / Auf Art und Weiſe / wie folget:

1.

Anfaenglich und fuers erste / haben Wir Unſere Stadt Altona / derſelben Buerger und Einwohnere / wieweit ſich derſelben Diſtrict Unſern allergnaedigſten Andeuten / und den ſchon geseꜩten Pfaehlen

nach / ſich anjeꜩo erſtrecket / mittelſt dieſen Unſers jeꜩt und kuenfftigen Droſten und Ampt=Leuten / imgleichen Voigten in Unserer Herrſchaft Pinneberg / bishero anbefohlenen Bothmaeßigkeit eximiret / auch von der Herrſchaft und unſerer Voigthey Ottenſen / worunter Altona zuvor gelegen / gaenꜩlich ſepariret / hingegen die Jurisdiction, auch andere Obrichkeitliche Verrichtung / Als Adminiſtration, der Justiꜩ / ſowol in Criminal- als Civil-Sachen (worinnen Wir ſie auf die Unſerer Veste Glueckstadt von Unſern in GOtt ſeligst ruhenden hochgeliebten Herrn Vaters Koenigl. Majeſt, ehemals eingerichtete Judicial- und Gerichtliche Verfaſſung und daſelbst wohl=hergebrachte Gebaeuche / in ſo weit dieſelbe aus erheblichen Urſachen nicht schon geaendert / oder kuenftig moechten geaendert werden / zu ihrer Maßgebung und Nachfolge wollen gewieſen haben / auſſer daß die Appelationes von Altona immediate an Unſer Pinnebergiſches Ober=Appelations-Gericht geſchehen / und von demſelben ſollen recipiret und angenommen werden. Jedoch Uns und Unſern Erben und Nachkommen alle und jede Hoheit / Herrlichkeit / und in ſpecie die Land=Folge vorbehaltig / Unſern Præſidenten / wie auch Buergermeiſtern und Rath=Maennern anvertrauet und befohlen.

2.

Allen Kauff= Handels und Handwercks=Leuten / von was Nation die ſeyn / wird hiermit zugegeben / ſich un Unſer Stadt Altona ohne Hinderniſs hinfuehro niederzulaſſen / deroſelben Gewerbe und Handwercke / wie bishero geſchehen / ferner frey und ohne Einfuehrung der geschloſſenen Zuenffte und Aempter zu treiben / und das Exercitium ihrer Religion wie vorhin / zu gebrauchen.

3.

Alle in unſer Stadt Altona jeꜩo vorhandene und geſeſſene Einwohner / imgleichen die ankommende Buergerſchaft / ſoll ſich bey Unſerm Magiſtrat daſelbſten anmelden / welcher dann eines

jeden Nahmen und Handthierung ins Buerger=Regiſter aufzeichnen / dieſelbe in Unſser Eyd und Pflichten nehmen / und ihnen deßwegen einen Schein unter der Stadt Inſiegel und unter dero Hand geben ſoll.

4.

Wir verordnen auch hiermit / und Kraft dieſes / Daß auſſerhab der Wochen=Maerckten / jaehrlich auf nachgeſeꜩte Zeiten / Pferde= Ochsen und Krahm=Maerckte ſollen gehalten werden / als ein Pferde= und Krahm=Marckt den erſten Tag nach nach Mariae Gebuhrt / ein frey Vieh= und Ochſen=Marckt den naechſten Dienſt= und Donnerſtag nach Michaelis / ein Pferde=Marckt den Montag nach Luciae / ein Pferde=Marckt den Montag nach Palmarum / ein Pferde= und Krahm=Marckt auf den Tag Medardi.

5.

Alles Getraeyde / Holꜩ und andere Waaren / ſo den Elb=Strohm abwaerts/ oder ſonſten von einem andern Orte nach Unſer Stadt Altona kommen / ſollen ohne einige Erlegung des Zolls wieder von dar gelaſſen und abgeschiffet werden.

6.

Wann auch die eingeſeſſene Buergerſchaft Unſer Stadt Altona eine bequeme Schiff=Bruecke / Krahn und Wage wollen verfertigen und im baulichen Weſen unterhalten laſſen / und dann dieſelbe darneben des Erbietens ſind / allerhand Waaren an der Hand zu haben / und dieſelbe um ſo wohlfeilen Preiß und in gleicher Guete / als es anderswo kan verkauffet werden / zu verhandeln / auch die Waaren / ſo ihnen zugebracht werden / mit Contanten zu bezahlen / ſo wird Unſern Unterthanen in Unſern Koenigreichen Daennemarck und Norwegen / und den Fuerstenthuemern Schleswig=Holſtein / ſo da Unſere Stadt und Veste Glueckstadt vorbey ſegeln / hiermit frey geſtellet / daß dieſelbe mit dero beladenen Schiffen bey Unſer Stadt Altona anlegen / deroselben Waaren Unſern Buergern daſelbſtem

feyl bieten / und um couranten Preiß verkaufften / die benoethigte Waaren wieder von ihnen erhandeln / und ſolcher Geſtalt Unſer Stadt Altona fuer andern die Nahrung goennen; Massen denn alles / was Unſer Stadt Altona zugebracht / oder von dar geholet wird / mit keinen Licenten oder Zoellen ſoll graviret und beschwehret werden.

7.

Denen Buergern in Altona wird auch frey gegeben und zugeſtattet / allerhand Manufacturen / als Tuch / Linnen= und Wollen=Webereyen / imgleichen Seiffen=Sieder / Zucker=Becker / Gaerberey und dergleichen / wie die Nahmen haben moegen / allda anzuſtellen / und ſollen forthane Manufacturen und Waaren gleichfals ohne Erlegung einiges Zolls / von dar verfuehret und verhandelt werden.

8.

Wir wollen auch / daß in ofterwehnter Unſer Stadt Altona kein Fremder mit einem andern Fremden handeln / ſondern es ſoll das Getraeyde / und was ſonſten von andern Waaren daraus und zugefuehret wird / nicht ſofort an Fremde verkauffet / und in Fremde Schiffe gebracht / sondern zuforderſt an Unſere Buergerſchaft daſelben / gegen Erlegung des couranten Preiſſes erhandelt / und dann nach Belieben ferner von ihnen verfuehret / verkauffet und weggeſchicket werden.

9.

Wir bewilligen auch allergnaediſt / daß jaehrlichen ein Schiff nach Caldin mit denen allda benoethigten Waaren / und nach Unſerm Koenigreich Norwegen abgehen / und von dar die daſelbst fallende Waaren / gegen Erlegung des gewoehnlichen Zolles wieder abholen moegen / jedoch daß beydes Rehder und Schiffer ſich weſentlich mit ihrer Familie in Unſerer Stadt Altona aufhalten / und dero eingeladene Waaren allda feylbieten und verkauffen.

10.

Ferner soll die eingeſeſſene Buergerſchaft der Stadt Altona keine hoehere Zollen / sowol in Oresundt als andern Unſeren Zoll=Staedten in Unſern Koenigreichen Daennemarck und Norwegen / als Unſere Unterthanen in beſagten Unſern Koenigreichen / bezahlen und entrichten / geſtalt dann vorgedachte Einwohner in Altona / gleiche Freyheit in Handel und Wandel haben und genieſſen ſollen / als Unſere Unterthanen in Unſern Koenigreichen Daennemarck und Norwegen jeꜩo haben / oder kuenftig ueberkommen und genieſſen werden.

11.

Die eigeſeſſene Buergerſchaft Unſer Stadt Altona ſoll hinfuehro nur von dreyßig Pfluegen / die Ordinair-Contributiones abtragen und bezahlen / und wollen Wir dieſelbe bey ſolcher Pflug=Zahl zwanꜩig Jahr / von dem Monat Augusti des Eintausen ſechshundert vier und ſechszigſten Jahres anzurechnen/verbleiben / und innerhalb der Zeit nicht verhoehen laſſen.

12.

Imgleichen ſoll Unſere eingeſeſſene Buergerſchaft zu Altona [!] / mit keiner Einquartierung unſerer Soldatesque, auſſerhalb der hoechſten Nothwendigkeit / graviret werden.

13.

Wir bewilligen auch hiermit Unſer eingeſeſſenen Buergerſchafft zu Altona / daß ſie an einen bequemen Ort / ohnegewehr ein Viertel Meil von Unſer Stadt Altona / an der Elb=Kante / ohnebehindert Trahn brennen / und ihre Nahrung beſt=moeglichſt daraus ſuche moegen.

14.

Wir wollen auch oftgedachte Unſere Stadt Altona hinkuenfftig noch mit anderen Privilegien, wann es nur an Hand gegeben wird / begnadigen / und derſelben Handel und Wandel zu Waſſer und Lande / allergnaedigſt befordern.

15.

Schließlich ſoll Unſer Præſident, wie auch Buergermeiſter und Raht (welche Wir allemahl erwaehlen und benennen wollen) aeuſſerſten Fleiſſes dahin ſehen / damit obangezogene Privilegia Unſerer Stadt Altona zu Statten und Nuꜩen gereichen / dieſelbe an Buergerſchaft/Einwohnern / auch an ehrlichen Handel/Wandel und Gewerbe wachſe und zunehme / und im uebrigen / der Unſer Stadt Altona gegebenen Jurisdiction kein Eintrag geſchehen moege. Uhrkundlich unter Unſerm Koeniglichen Hand=Zeichen und anhangenden Secret-Insiegel.   Gegeben auf unſer Reſidenꜩ Copenhagen / den 23 Auguſti, Anno 1664[!].

(L.S.)   Friderich.

Quelle: Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (CC BY-NC-SA)


Stadtrechte Version 2

Abdruck
Der Privilegien, Stadt= und Burger=
Rechten /
Welche der Durchlaeuchtigſte / Großmaechtigſte
Fuerſt und Herr / Herr
FRIDERICH der Dritte /
Koenig zu Dennemarck=Norwegen
der Wenden und Gohten
ALTENA[!]
Allergnaedigst ertheilet.
Maenniglichen zur Nachricht in offenen Druck
befordert.


Gedruckt bey de Leeu / Koenigl. Gepreviligier=
ten Buchdruecker der Stadt Altena. Anno 1668.

WIR Friederich der Dritte von Gottes Gnaden / Koenig zu Dennemark / Norwegen / der Wenden und Goten / Herzog zu Schleswig/Holſtein/Stormarn und der Dithmarſchen / Graff zu Oldenburg und Delmenhorſt. Thun kund und bekennen / Krafft dieſes Unſers offenen Briefes fuer maenniglich; Nachdemmahl Wir Allergnaedigſt entschloſſen / Unſers in Unſere Herrſchafft Pinnebergk belegenes Staedtlein Altena / mit Stadt= und Buerger=Recht/Gericht/Gerechtigkeit und Freyheiten zu begnaden / auch ſonſten in allen loeblichen Gewohnheiten / ſo zur guten Buergerlichen Policey dienlich und erfordert werden / zu ſtabilisiren / daß Wir demnach zu ſolchem Ende jeꜩt erwehnte Unſere Stadt Altena / auch dere jeꜩt= und kuenfftige Buerger und Einwohnere / von was fuer Nation die auch ſeyn / mit folgenden Stadt= und Buerger=Rechten / Immunitaet= Frey= und Gerechtigkeiten / Allergnaedigſt dotiret und Begnadet haben; Geben und bewilligen Ihnen dieſelbe auch hiermit und in Kraft dieſes beſt= und beſtendigſter Maſſen auff Art und Weiſe / wie folget.

1.

Anfaenglich und fuers Erste / haben Wir Unſere Stadt Altena / derſelben Buerger und Einwohnere / wie weit ſich derſelben diſtrict Unſern Allergnaedigſten Andeuten / und den ſchon geſeꜩten Pfaelen

nach / ſich anjeꜩo erſtrecket / mittelſt dieſen Unſers jeꜩt und kuenfftigen Droſten und Ambt=Leuthen / ingleichen Voigten in Unserer Herrſchafft Pinnebergk / bißhero anbefohlenen Bothmeßigkeit eximiret / auch von der Herrſchafft und unſerer Voigthey Ottenßen / worunter Altena zuvor gelegen / genꜩlich ſepariret / hingegen die Jurisdiction auch andere Obrichkeitliche Verrichtung als Adminiſtration der Justitz / ſo wohl in Criminal- als Civil-Sachen (worinnen Wir Sie auff die in Unſerer Veste Glueckstadt von Unſern in GOtt Seeligst ruhenden hochgeliebten Herrn Vatters Koenigl. Maytt. ehemahls eingerichtete Judicial- und Gerichtliche Verfaſſung und daſelbst wohl=hergebrachte Gebreueuche / in ſo weit dieſelbe aus erheblichen Urſachen nicht schon geendert / oder zukuenfftig moechten geendert werden zu ihrer Maßgebung und Nachfolge wollen verwieſen haben / auſſer daß die Appelationes von Altena immediate an Unſer Pinnebergiſches Ober=Appellation-Gericht geſchehen / und von demſelben ſollen recipiret und angenommen werden. Jedoch Uns und Unſern Erben und Nachkommen Alle und Jede Hoheit / Herrlichkeit / und in Specie die Land Volge vorbehaltig) Unſern Præſidenten / wie auch Buergermeiſtern und Rathmaennern anvertrauet und befohlen.

2.

Allen Kauff=Handel und Handwercks=Leuthen / von was Nation die ſeyn / wird hiermit zugegeben / ſich un Unſer Stadt Altena ohne hinderniß hinfuehro nieder zulaſſen / deroſelben Gewerbe und Handwercke / wie bishero geſchehen ferner frey und ohne einfuehrung der geschloſſenen Zuenffte und Ambter zu treiben / und das Exercitium Ihrer Religion wie vorhin / zugebrauchen.

3.

Alle in Unſer Stadt Altena jeꜩo vorhandene und geſeſſene Einwohnern / ingleichen die ankommende Buergerſchafft / ſoll ſich bey Unſerm Magiſtrat daſelbſten anmelden / welcher dan eines Jeden

Nahmen und Handthierung ins Buerger=Regiſter auffzeichnen / dieſelbe in Unſser Eyd und Pflichten nehmen / und Ihnen deßwegen einen ſchein / unter der Stadt Inſiegell und unter dero Hand geben ſoll.

4.

Wir Verordnen auch hiermit und Krafft dieſes / daß außerhab der Wochen=Maerckten / Jaehrlich auff nachgeſeꜩte Zeiten / Pferde= Ochsen= und Krahm=Marckte ſollen gehalten werden / als ein Pferde= und Krahm=Marckt den erſten Tag nach nach Marien-Geburth / ein frey Viehe= und Ochſen=Marckt den nechſten Dings= und Donnerſtag nach Michaelis / ein Pferde=Marckt den Montag nach Luciæ / Ein Pferde=Marckt den Montag nach Palmarum / Ein Pferde= und Krahm=Marckt auff den Tag Medardi.

5.

Alles Getreyde / Holꜩ und andere Wahren / ſo dem Elb=Strohm abwerts/ oder ſonſten von einem andern Orth nach Unſer Stadt Altena kommen / ſollen ohne einige erlegung des Zolls wieder von dar gelaſſen und abgeschiffet werden.

6.

Wann auch die Eingeſeſſene Buergerſchafft Unſer Stadt Altena eine bequeme Schiff=Bruecke / Krahn und Waage wollen verfertigen und im Bawlichen Weſen unterhalten laſſen / und dann dieſelbe darneben des Erbietens ſind / allerhand Wahren an der Hand zu haben / und dieſelbe umb ſo wohlfeilen Preiß und in gleicher Guethe / als es anderswo kan verkauffet werden / zu verhandlen auch die Wahren ſo Ihnen zugebracht werden / mit Contanten zu bezahlen / ſo wird Unſern Unterthanen in Unſern Koenigreichen Dennemarck und Norwegen / und den Fuerstenthuemern Schleswig Hollſtein / ſo da Unſere Stadt und Veste Glueckstadt vorbey Siegeln / hiermit frey geſtellet / Daß dieſelbe mit Dero beladenen Schiffen bey Unſer Stadt Altena anlegen / Deroselben Wahren Unſeren Buergern das

ſelbſtem feyll biethen / und um Cauranten Preiß verkauffen / die Benoethigte Wahren / wieder von Ihnen erhandlen und ſolcher Geſtalt Unſer Stadt Altena fuer andern die Nahrung goennen. Massen denn alles waß Unſer Stadt Altena zugebracht / oder von dar geholet wird / mit keinen Licenten oder Zollen ſol graviret und beschwehret werden.

7.

Dehnen Buergern in Altena wird auch frey gegeben und zugeſtattet / allerhand Manufacturen / als Tuch / Linnen= und Wollen=Webereyen / ingleichen Seiffensieder/Zuckerbecker/Gaerberey und dergleichen / wie die Nahmen haben moegen / allda anzuſtellen / und ſollen forthane Manufacturen und Wahren gleichfalß ohne Erlegung einiges Zolls / von dar verfuehret und verhandelt werden.

8.

Wir wollen auch daß in ofterwehnter Unſer Stadt Altena kein Frembder mit einem andern Frembden handeln / ſondern es ſoll das Getreyde und waß ſonſten von andern Wahren darauß und zugefuehret wird / nicht ſo forth an Frembde verkauffet und in Frembde Schiffe gebracht / ſondern zu forderſt an Unſere Buergerſchafft daſelbſten / gegen Erlegung des Couranten Preiſes erhandelt / und dan nach Belieben ferner von Ihnen verfuehret / verkauffet und weggeſchicket werden.

9.

Wir bewilligen auch Allergnaediſt / daß Jaehrlichen ein Schiff nach Caldin mit dehnen alda benoetigten Wahren / und ein nach Unſerm Koenigreich Norwegen abgehen / und von dar die daſelbst fallende Wahren / gegen Erlegung des gewoehnlichen Zollens wieder abholen moegen / Jedoch daß beydes Raeder und Schiffer ſich weſentlich mit Ihrer Familia in Unſer Stadt Altena auffhalten / und dero eingelahdene Wahren alda feyll biehten und verkauffen.

10.

Ferner ſoll die Eingeſeſſene Buergerſchafft der Stadt Altena keine hoehere Zollen / ſo wohl in Oresundt alß andern Unſeren Zoll=Staedten in Unſern Koenigreichen Dennemarck und Norwegen / alß Unſere Unterthanen in beſagten Unſeren Koenigreichen bezahlen und entrichten / Geſtalt dan vorgedachte Einwohnere in Altena / gleiche Freyheit in Handell und Wandell haben und genieſen ſollen / alß Unſere Unterthanen in Unſeren Koenigreichen Dennemarck und Norwegen jeꜩo haben / oder kuenfftig ueberkommen und genieſen werden.

11.

Die Eigeſeſſene Buergerſchafft Unſer Stadt Altena ſoll hinfuehro nur von Dreyßig Pflugen / die Ordinair-Contributiones abtragen und bezahlen / Und wollen Wir dieſelbe bey ſolcher Pflug=Zahl Zwanꜩig Jahr / von dem Monath Augusti des Ein Tausend / Sechß Hundert Vier und Sechßzigſten Jahres anzurechnen/verbleiben / und innerhalb der Zeit nicht verhoehen laſſen.

12.

Ingleichen ſoll Unſern Eingeſeſſene Buergerſchafft zu Altena, mit keiner Einquartierung unſerer Soldatesque, auſſerhalb der hoechſten Nothwendigkeit / graviret werden.

13.

Wir bewilligen auch hiermit Unſer Eingeſeſſenen Buergerſchafft zu Altena, daß an einen bequemen Orth / ohngewehr ein Vierteil Meil von Unſer Stadt Altena / an der Elbkante / ohnebehindert Thran brennen / und Ihrer Nahrung beſtmoeglichſt daraus ſuchen moegen.

14.

Wir wollen auch offtgedachte Unſere Stadt Altena hinkuenfftig noch mit anderen Privilegien, wann es nur an Hand gegeben

wird / Begnadigen / und derſelben Handel und Wandel zu Waſſer und Lande / Allergnaedigſt befordern.

15.

Schließlich ſoll Unſer Præſident, wie auch Buergermeiſter und Raht (welche Wir allemahl erwehlen und benennen wollen) eueſerſten Fleiſes dahin ſehen / Damit obangezogene Previlegia Unſer Stadt Altena zu Statten und Nueꜩen gereichen / dieſelbe an Buergerſchafft/Einwohnern / auch an Ehrlichen Handel/Wandel undt Gewerbe wachſe und zunehme / undt im uebrigen / der Unſer Stadt Altena gegebenen Jurisdiction kein Eintrag geſchehen moege. Uhrkuendlich unter Unſerm Koniglichen Handzeichen und anhangenden Secret-Insiegel. Geben auff Unſere Reſidentz zu Kopenhagen den 23. Auguſtij, Anno 1664.

Friederich.
(L.S.)

Quelle: Universitätsbibliothek Leipzig (Public Domain Mark 1.0)